„… und ich geh zurück an mein Gebet“

Gedichte des Glaubens und der Gottsuche von Georg Trakl und Karl Kraus
Vortrag und Lesung: Dr. Christoph Fackelmann und Wolfgang Vasicek

Samstag, 12. Oktober 2019, 17:00 Uhr
Begegnungszentrum Quo vadis?, Stephansplatz 6, 1010 Wien
(Zugang über die Passage zwischen Stephansplatz und Wollzeile)

Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Gedichte hören“, in Zusammenarbeit mit der Kulturinitiative „consideratio“. Eintritt frei.

Diese Lesung knüpft an die Veranstaltung vom 9. März 2019 an, die sich unter demselben Thema Josef Weinheber und Reinhold Schneider widmete. Diesmal werden zwei Schriftsteller vorgestellt, die für Weinhebers künstlerisches Selbstverständnis große Bedeutung besaßen.

Georg Trakl (1887–1914) und Karl Kraus (1874–1936) gelten heute als zwei überragende Erscheinungen der österreichischen Klassischen Moderne. Unter dem Aspekt der Gottsuche und des religiösen Ringens werden sie allerdings nur noch selten gerühmt. Trakl, der Dichter des Verfalls und der Todesnähe, hat eine faszinierende Bildmelodie entwickelt, die dunkel und fast unzugänglich erscheint. Sie kommt jedoch ohne eine tief im Christlichen verankerte Symbolik nicht aus, spricht von „Offenbarung“ und „Passion“, beschwört eine „geistliche Dämmerung“ und preist den „süßen Gesang der Auferstandenen.“ Kraus steht als der unerbittliche Satiriker der „Letzten Tage der Menschheit“ vor Augen, als Kämpfer gegen die „schwarze Magie“ des modernen Journalismus, die über Geist und Seele herrscht. Kaum jedoch ist bekannt, dass er auch reine Lyrik geschrieben hat, noch weniger, dass viele seiner schönsten lyrischen Gedichte eine leidenschaftliche Glaubenskraft atmen: „Nicht Gott, nur alles leugn’ ich, was ihn leugnet, / und wenn er will, ist alles wunderbar.“

Wolfgang Vasicek und Christoph Fackelmann bringen ausgewählte Gedichte aus „Sebastian im Traum“ (1915) und den späten „Brenner“-Veröffentlichungen von Georg Trakl sowie aus den „Worten in Versen“ (1916–1930) von Karl Kraus zu Gehör. Die Lesung lässt die beiden Autoren, die einander sehr schätzten, in einen poetischen Dialog eintreten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Georg Trakl (1887-1914)

 

Karl Kraus (1874-1936)

 

 

„Ein Tellerfleisch, ein Krügel Bier“

Vertonte Texte von Wystan Hugh Auden und Josef Weinheber

Gesang, Fagott und Klavier. Ensemble „Profundi“, Leitung: Robert Brunnlechner.

Samstag, 28. September 2019, 19:30 Uhr
Festsaal des Amtshauses der Marktgemeinde Kirchstetten, Wienerstraße 32, A-3062
Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihe „Kirchstetten Kulturherbst“ (Tel.: 02743 8206). Eintritt: € 12.-

„Ich bin ein Freund der Vergangenheit …“

Poetische Erinnerungen an das Alte Wien
von Ferdinand von Saar bis Josef Weinheber

Vortrag und Lesung von Dr. Christoph Fackelmann und Harald Cajka
11. April 2019, 17:30 Uhr
Volksbildungskreis, Prinz-Eugen-Straße 44, 1040 Wien (Freier Eintritt)

Gewaltige Umbrüche durchlebte die Stadt Wien auf ihrem Weg von der Haupt- und Residenzstadt des Kaiserreichs bis zum „Wasserkopf“ der kleinen Republik, die aus den Ruinen des Habsburgerstaates hervorgegangen war. Nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild veränderte sich grundlegend, auch ihre gesellschaftliche, kulturelle und politische Zusammensetzung unterlag einem rasanten Wandel. Christoph Fackelmann und Harald Cajka stellen poetische Texte vor, die in dieser Zeit, zwischen den 1860er und den 1930er Jahren, entstanden sind. Die Proben aus der Wiener Literaturgeschichte bewegter Jahrzehnte blicken teils nostalgisch, teils mit kritischer Sympathie auf jene Orte, Menschen und Verhältnisse der Vergangenheit zurück, die unter die Räder des Fortschritts geraten waren. Zu Wort kommen Gedichte, kleine Erzählungen und autobiographische Reflexionen von Ferdinand von Saar, Otto Stoessl, Hugo von Hofmannsthal, Max Mell und Josef Weinheber.

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Josef Weinheber: Christkindlmarkt Am Hof (1931)