„Ich bin ein Freund der Vergangenheit …“

Poetische Erinnerungen an das Alte Wien
von Ferdinand von Saar bis Josef Weinheber

Vortrag und Lesung von Dr. Christoph Fackelmann und Harald Cajka
11. April 2019, 17:30 Uhr
Volksbildungskreis Wien (Freier Eintritt)

Gewaltige Umbrüche durchlebte die Stadt Wien auf ihrem Weg von der Haupt- und Residenzstadt des Kaiserreichs bis zum „Wasserkopf“ der kleinen Republik, die aus den Ruinen des Habsburgerstaates hervorgegangen war. Nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild veränderte sich grundlegend, auch ihre gesellschaftliche, kulturelle und politische Zusammensetzung unterlag einem rasanten Wandel. Christoph Fackelmann und Harald Cajka stellen poetische Texte vor, die in dieser Zeit, zwischen den 1860er und den 1930er Jahren, entstanden sind. Die Proben aus der Wiener Literaturgeschichte bewegter Jahrzehnte blicken teils nostalgisch, teils mit kritischer Sympathie auf jene Orte, Menschen und Verhältnisse der Vergangenheit zurück, die unter die Räder des Fortschritts geraten waren. Zu Wort kommen Gedichte, kleine Erzählungen und autobiographische Reflexionen von Ferdinand von Saar, Otto Stoessl, Hugo von Hofmannsthal, Max Mell und Josef Weinheber.

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Josef Weinheber: Christkindlmarkt Am Hof (1931)

„Dienst im leergewordnen Heiligtume …“

Gedichte des Glaubens und der Gottsuche von Josef Weinheber und Reinhold Schneider
Vortrag und Lesung: Dr. Christoph Fackelmann und Wolfgang Vasicek

9. März 2019, 17:00 Uhr, freier Eintritt
Begegnungszentrum Quo vadis?, Stephansplatz 6, 1010 Wien
(Zugang über die Passage zwischen Stephansplatz und Wollzeile)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Gedichte hören“, konzipiert von der Kulturinitiative „consideratio“.

Der deutsche Sprachraum nennt ausgerechnet in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der zerrütteten Ära der Weltkriege und politischen Experimente, einen staunenswerten Reichtum an großen lyrischen Kunstwerken sein eigen. Der Wiener Josef Weinheber (1892–1945), „Zyklop, aus grauem Heidentum verloren“, und Reinhold Schneider (1903–1958), „Tragiker der christlich-geschichtlichen Existenz“ aus Baden-Baden, haben mit einigen der schönsten und eigentümlichsten Gedichtschöpfungen dazu beigetragen. Beide fühlten sich in besonderer Weise zu der strengen Form des Sonetts hingezogen. In den Mittelpunkt der Lesung rücken je ein Sonettzyklus von Weinheber und von Schneider: „An die Nacht“ (1936) und „Die Nächte“ (1945). Die Metaphorik, die darin entfaltet wird, spiegelt eine gemeinsame Zeit- und Welterfahrung apokalyptischen Zuschnitts. Beide Zyklen sprechen die Sprache einer genuinen Moderne. Aber während Weinheber gottsuchend mit dem vieldeutigen Dunkel ringt, deutet Schneider es glaubensgewiß vor dem Hintergrund der Heilsgeschichte – ein beziehungsreiches und spannungsvolles Gegenüber!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Reinhold Schneider, ca. 1954

 

Josef Weinheber, 1936

 

Kirchstettener Weinheber-Abend 2018 – Ehrenmitglied Ulli Fessl

Die Josef Weinheber Gesellschaft, die Marktgemeinde Kirchstetten und der kulturkreiskirchstetten luden am 11. November 2018 zur Josef Weinheber-Lesung in den Festsaal der Marktgemeinde.

Pressetext. | „Das ist das Wundersame deiner Kunst, dass sie den Dingen ihr Geheimnis lässt …“ Mit diesen Worten, die das Motto zum diesjährigen Weinheber-Abend in Kirchstetten bildeten, bedachte der Hamburger Dichter Hermann Claudius (1878–1980) einst seinen Freund Josef Weinheber. Nach einer Gedenkminute für Christian Weinheber-Janota, den im vergangenen Jahr verstorbenen Präsidenten der Josef Weinheber-Gesellschaft und Sohn des Dichters, lasen im ersten Teil des Programms Ulli Fessl und Andreas Roder Nachdenkliches über Kunst und Leben aus der Feder des großen österreichischen Lyrikers. Nach der Pause wurden sie von dem Wiener Mundartdichter und kabarettistischen Vortragskünstler Karl Tattyrek unterstützt. Denn der zweite Teil war ganz dem Wiener Humor gewidmet, und so hielten Spott und Satire Einzug auf der Bühne von Kirchstetten. Sie zeigten ein anderes Gesicht des Dichters, der mit viel Sprachgefühl und Situationskomik Wiener Typen, Landschaften und Szenerien zu skizzieren verstanden hat. Die gelungene musikalische Umrahmung steuerten die Pianistin Junko Tsuchiya und der Cellist Taner Türker bei. Die zahlreichene Gäste erlebten einen Spätnachmittag zwischen besinnlichem Ernst und heiterer Lebensfreude. Sie dankten die Darbietungen mit großem Applaus.

Am Rande der Veranstaltung verlieh Dr. Christoph Fackelmann namens der Josef Weinheber-Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft an Ulli Fessl. Die beliebte Schauspielerin hatte vor nunmehr 30 Jahren ihr Debüt als Weinheber-Interpretin in Kirchstetten gegeben, damals noch an der Seite des legendären Erich Auer, nach dessen Tod vor allem im Duett mit Peter Uray. Unter den Gratulanten waren Brigitte Weinheber-Janota, Bgm. Paul Horsak, kkk-Präsident Karl J. Mayerhofer und Gäste aus Nah und Fern.

 

Kirchstettener Weinheber-Abend 2018 – von links nach rechts: Karl Tattyrek, Ulli Fessl und Andreas Roder

 

Kirchstettener Weinheber-Abend 2018 – von links nach rechts, oben: Karl Tattyrek, Ulli Fessl, Andreas Roder, unten: Taner Türker, Junko Tsuchiya, Bgm. Paul Horsak, Karl J. Mayerhofer, Christoph Fackelmann

 

Kirchstettener Weinheber-Abend 2018; Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Josef Weinheber-Gesellschaft an Ulli Fessl – von links nach rechts: Christoph Fackelmann, Ulli Fessl, Brigitte Weinheber-Janota

Texte und Fotos: © kkk (honorarfrei)