Widmungen für Josef Weinheber

Zum Gedenken des Todestages von Josef Weinheber, der sich morgen, am 8. April 2020, zum 75. Mal jährt, gibt die Josef Weinheber-Gesellschaft heuer wieder eine gedruckte Jahresgabe heraus. Mit ihr setzen wir zugleich unsere Reihe „Contineri Minimo“ fort, in der Raum für besondere Veröffentlichungen ist, die nicht für den breiten Buchhandel bestimmt sind.

Unter dem Titel „Widmungen. Ausgewählte Buchinschriften aus Josef Weinhebers Arbeitsbibliothek“ versammelt das neue Bändchen eine erste Auswahl von Widmungseinträgen aus Buchgeschenken, die zum erhaltenen Bestand der Dichterbibliothek in Kirchstetten gehören. Hier gibt es nicht nur berühmte Namen und unerwartete Beziehungen, sondern auch hochinteressante Geschichten zu entdecken. Die Hochschätzung für Josef Weinheber verbindet die vielfältigen Texte und Anlässe. In der Edition stehen den photographischen Reproduktionen der handschriftlichen Zueignungen jeweils eine sorgfältige Transkription und eine kurze historische Erläuterung gegenüber.

Bücher folgender Autoren werden in diesem Bändchen vorgestellt: Otto Weininger, Christian Morgenstern, Albrecht von Blumenthal, Theodor Haecker, Max Stefl, Egon Fenz, Ernst Jünger, Romano Guardini, Josef Sellmair, Bruder Sonka (Hugo Sonnenschein), Hans Leifhelm, Erwin Guido Kolbenheyer, Franz Theodor Csokor, Dr. Owlglass (Hans Erich Blaich), Heinrich Suso Waldeck (Augustin Popp) und Ina Seidel.

Das Heft ist druckfertig – bis auf einige kleine Nachträge, die sich wegen der behördlichen Einschränkungen zur Bekämpfung der sogenannten COVID-19-Pandemie derzeit verzögern. Als Erscheinungstermin ist daher erst Mitte Mai vorgesehen. Alle Mitglieder der Josef Weinheber-Gesellschaft erhalten ein kostenloses Exemplar. Für Nicht-Mitglieder besteht die Möglichkeit, das Heft um einen Selbstkostenpreis von € 5,00 (+ Porto) zu bestellen, telefonisch unter: +43 (0)2743 8989 oder per E-Mail an: weinheberforum@aon.at

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis, die Vorbemerkung und eine Leseprobe (Albrecht von Blumenthal: Griechische Vorbilder, Geschenk von Othmar Haeller 1930) (PDF).

Widmungen. Ausgewählte Buchinschriften aus Josef Weinhebers Arbeitsbibliothek
Bearbeitet von Christoph Fackelmann
(Contineri Minimo. Texte aus der Josef Weinheber-Gesellschaft, Zweite Folge)
Kirchstetten-Wien: Mai 2020, Privatdruck für Freunde der Josef Weinheber-Gesellschaft
36 Seiten, geheftet, zahlreiche SW-Abbildungen

Neue Bücher, die mit Weinheber aufwarten

Verwiesen auf die eigenen vier Wände, sind diese Tage der Ausgangsbeschränkungen, des allgemeinen Alarmismus und der sozialen Kontaktsperren für uns die ideale Zeit zum Lesen, für Aufbrüche des Geistes und der Phantasie. Ganz frisch im Buchhandel sind zwei Bücher, die sich auch mit Josef Weinheber befassen. Wir legen sie den Weinheber-Freunden nachdrücklich ans Herz.

Das erste ist ein kultureller Reiseführer aus der beliebten Serie „111 Orte“ des Emons Verlags. Er trägt den Titel „111 Orte im Wienerwald, die man gesehen haben muss“. Die Autorin Sabine M. Gruber, die selbst in der Wienerwaldgemeinde Klosterneuburg lebt, hat für ihre vielfältigen und originellen Ausflugsempfehlungen, die der Verlag mit der Schlagzeile „Wildnis, wahre Kleinode und Kuriositäten“ bewirbt, auch dem Weinheberhaus in Kirchstetten einen Besuch abgestattet. Sie porträtiert das Landhaus, den einstigen Aigenhof, in dem seit 1937 Josef Weinheber seine Sommer verbrachte. Hier entstanden einige seiner bedeutendsten Werke; am Rande des großen Gartens liegt er begraben. Heute wohnt die Familie seines Sohnes Christian in dem Anwesen, und es gibt bereits eine Urenkelin des Dichters. Liebevoll und gastfreundlich wird das Andenken des Dichters aufrecht erhalten.

Das zweite Buch hat stärker gelehrten Charakter. Band 1 des neugeschaffenen „Lepanto-Almanachs“ führt in die Literaturgeschichte der Zwischenkriegszeit, und zwar aus christlicher Perspektive: In ihm sind Studien und Skizzen über Themen des Schreibens, Dichtens und Denkens versammelt, die dem gemeinsamen Bereich von Religion und Kunst entstammen und dem literarischen Niederschlag der abendländischenen Glaubenstradition nachspüren. Ein Schwerpunkt wendet sich dabei dem Dichter und historischen Schriftsteller Reinhold Schneider zu. In dem Grundlagen-Beitrag, der den Band eröffnet, interpretiert Christoph Fackelmann Gedichte von Reinhold Schneider, Francis Thompson, Karl Kraus und Josef Weinheber. Der Titel markiert die thematische Klammer: „Sprache, Form und die Fragwürdigkeit menschlichen Schöpfertums. Über die Spur der babylonischen Revolte in der neueren Literaturgeschichte“. Weinheber ist mit dem 1943 geschriebenen „Schlußghasel“ aus „Hier ist das Wort“ vertreten, in vielerlei Hinsicht ein echtes Vermächtnisgedicht.

Sabine M. Gruber: 111 Orte im Wienerwald, die man gesehen haben muss.
Broschur, ca. 240 Seiten, mit zahlreichen Forografien
ISBN 978-3-7408-0844-0, € 17,50 (AUT), € 16,95 /D)
http://www.emons-verlag.de

Klappentext: Von der Donau bis zum Gölsen-Triesting-Tal und vom Wiener Becken bis zum Tal der Traisen erstreckt sich der Gebirgszug des Wienerwalds. Hier findet man noch erstaunlich viel Wildnis, sogar in der pulsierenden Hauptstadt selbst, die größtenteils in dem nach ihr benannten Wald liegt. Auf Schritt und Tritt begegnet man Spuren aus mehr als 2.000 Jahren österreichischer Geschichte. Wahre Kleinode und Kuriositäten gibt es da zu entdecken, magische Kunst- und Kultorte, Zeugen alten Handwerks und früher Industrie, gigantische Wasserbauwerke, seltene Tiere, geheime Naturwunder, versteckte Ruinen, verblüffende Aussichtspunkte und Orte, die an schillernde Persönlichkeiten erinnern. Schon der Weg von einem Ort zum anderen wird zum Erlebnis. Und überall warten Geschichten, die sich zu Geschichte verweben.

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Lepanto-Almanach 2020_Cover

Michael Rieger, Till Kinzel, Christoph Fackelmann (Hrsg.): Lepanto-Almanach. Jahrbuch für christliche Literatur und Geistesgeschichte
Bd. 1 (2020), Schwerpunkt: Reinhold Schneider
Broschur, 264 S., Abbildungen
ISBN 978-3-942605-12-0, € 15,30 (AUT), € 14,80 € (D)
http://www.lepanto-verlag.de

Klappentext: Mit dem ersten Band des „Lepanto-Almanachs“ setzt der Lepanto Verlag, bekannt für Bücher zu theologischen, philosophischen und kirchengeschichtlichen Themen, einen neuen kulturellen Akzent: Als „Jahrbuch für christliche Literatur und Geistesgeschichte“ konzipiert und von den Literaturwissenschaftlern Michael Rieger, Till Kinzel und Christoph Fackelmann herausgegeben, liegt der Fokus hier auf dem Schreiben selbst. Einerseits sollen die historischen Schätze einer Literatur auf christlich-abendländischem Fundament diskursiv in Erinnerung gerufen werden, und andererseits will man auch nach den prekären Spielräumen christlich inspirierter Kunst und christlicher Autorschaft in unserer Zeit fragen. Der erste Band bietet u. a. einen Schwerpunkt zu Reinhold Schneider (1903–1958), einem zentralen Repräsentanten des deutschen „Renouveau catholique“.

Weinheber in Kirchstetten – Lesung 2019

„Ach, ich Österreicher!“

Ulli Fessl und Kurt Hexmann
lesen Josef Weinheber

Musikalisches Programm:
Junko Tsuchiya (Klavier), Taner Türker (Cello)

Sonntag, 10. November 2019, 15:00 Uhr
Festsaal des Amtshauses der Marktgemeinde Kirchstetten
Wienerstraße 32, A-3062 Kirchstetten

Veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Kirchstetten (Tel.: 02743 8206).
Eintritt: € 12.,-
Buffet mit Weinkost

Zur Einführung in das diesjährige Programm:

Satire und Polemik regieren diesmal die traditionelle Herbstlesung in der Weinheber-Gemeinde Kirchstetten: Josef Weinheber hat seine Erfahrungen als Österreicher – Beobachtungen leidvoller, wunderlicher und lachhafter Art – zeitlebens in scharfzüngigen Versglossen und Spruchgedichten festgehalten. Er begleitete damit die gesellschaftlichen und politischen Wandlungen von der Zeit des Ersten Weltkriegs bis in die dreißiger und vierziger Jahre. Die Auswahl ist mit einem Seitenblick auf unsere heutige Misere getroffen. Da offenbart sich manche Gemeinsamkeit, und man staunt über viele Konstanten: So glorreich ist unsere fortschrittsstolze Gegenwart nämlich nicht, dass sie sich über den zielsicheren Spott und die hellsichtigen Befunde Weinhebers erhaben glauben dürfte.

Das Programm umfasst Texte vielfältigen Charakters – vom eher derben Mundartgedicht bis zur anspruchsvollen Ode in antiken Metren. Die Gedichte stammen aus dem nachgelassenen „Glossarium“, aus „Adel und Untergang“, „Späte Krone“ und „Wien wörtlich“. Neben Weinheber kommen auch Karl Kraus, Stefan George und Rudolf Borchardt zu Wort. Sogar eine bitterböse Szene aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ ist eingebaut.

An der Seite Ulli Fessls gibt heuer der Wiener Schauspieler Kurt Hexmann, bekannt vom Theater sowie aus Film und Fernsehen, sein Debüt als Weinheber-Interpret. Im musikalischen Part setzen Junko Tsuchiya und Taner Türker, die zum zweiten Mal die Gestaltung übernommen haben, auf große Klänge und feinsinnige Kontraste: mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach bis Fritz Kreisler.

Josef Weinheber, Karikatur von B. F. Dolbin (1926)