Weinheber in Kirchstetten – Lesung 2018

„Das ist das Wundersame deiner Kunst,
dass sie den Dingen ihr Geheimnis lässt …“

Ulli Fessl, Andreas Roder
und Karl Tattyrek
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Josef Weinheber

Musikalische Umrahmung:
Junko Tsuchiya (Klavier) und Taner Türker (Cello)

Sonntag, 11. November 2018, 17:00 Uhr
Festsaal der Marktgemeinde Kirchstetten
Wienerstraße 32, 3062 Kirchstetten/NÖ
T: +43 (0)2743 8206

Eintritt: € 12,-
Buffet mit Weinkost

Eine Veranstaltung der Marktgemeinde Kirchstetten,
des Kulturkreises Kirchstetten
und der Josef Weinheber-Gesellschaft

Einladung zum herbstlichen Stelldichein aller Weinheber-Freunde und Lyrik-Liebhaber in Kirchstetten!

Zur Einführung in das diesjährige Programm:

„Das ist das Wundersame deiner Kunst, / dass sie den Dingen ihr Geheimnis lässt …“ – Mit diesen Worten, die das Motto zur diesjährigen Weinheber-Lesung in Kirchstetten bilden, bedenkt der Hamburger Dichter Hermann Claudius (1878–1980) seinen Freund Josef Weinheber. Der erste Teil des Programms rückt unter einen nachdenklichen Gesichtspunkt: Kunst und Leben – wie paßt das zusammen? Gibt es für den Künstler einen Ort häuslicher Geborgenheit, oder ist alles irdische Glück nur ein flüchtiger Traum? Und bietet das Gedicht einen Schlüssel zu den dunklen Rätseln des Daseins und dem Chaos der Zeit, oder kann es bloß ahnen und andeuten? Neben die Verse von Claudius und eine Erinnerung des Kärntner Lyrikers Hans Leb (1909–1961) treten zwei kleine Zyklen aus den Jahren, die Weinheber in Kirchstetten verbrachte. Proben aus den ernsteren Partien von „Wien wörtlich“ (1935) zeichnen ein herbstliches Bild.

Nach der Pause nehmen Humor, Spott und Satire das Heft in die Hand. Sie zeigen ein anderes, wenn auch nicht grundverschiedenes Gesicht des Dichters Josef Weinheber. Seine Wiener Gedichte, meist Rollenlieder oder szenische Miniaturen, leben aus der Spannung, „in zwei Sprachen“ zu denken, „im Wienerischen und Hochdeutschen“ (31.12.1938). Weinheber wehrt sich mit seinen wienerischen Texten, die mit den Werken in der Hochsprache das Form- und Sprachbewußtsein teilen, sowohl gegen die Zumutungen kommerzorientierter Folklore als auch gegen die dumpfe Borniertheit des „Bodenständigen“. Im Falle des „Wiener Bänkels“ aus dem Kriegsjahr 1943 sieht er sich überdies mit den Zudringlichkeiten der Politik konfrontiert. Dem allen trotzt er ein befreiendes Lachen ab.

Kulturspange Schweiz-Österreich zeigt Gemäldezyklus zu Weinhebers „Kammermusik“

Am 18. August 2018 fand in der Alten Kirche von Flüelen (Kanton Uri) die Vernissage zu einer gemeinsamen Kunstausstellung Schweizer und österreichischer Maler statt. Eingeladen hatte die „Kulturspange Schweiz-Österreich“ in Zusammenarbeit mit „renferART“ und dem von Karl J. Mayerhofer geleiteten „Kulturkreis Kirchstetten“.

Die diesjährige Gemeinschaftsausstellung hielt eine ganz besondere Überraschung bereit: einen Zyklus von vier Gemälden, die der Schweizer Maler Rudolf Paul Renfer „in Anlehnung an Josef Weinheber, der in Kirchstetten gelebt hat“, gestaltet hatte. Er hatte sich dabei von dem Gedichtkreis „Kammermusik“ (1939) inspirieren lassen und benannte seine Bilder nach den berühmten und oft vertonten Strophen, die Josef Weinheber einst der Ersten und der Zweiten Geige, der Bratsche und dem Cello in den Mund gelegt hatte.

In diesem Video erhalten Sie einen Eindruck von der schönen Ausstellung und der feierlichen Eröffnung. Auch die „Kammermusik“-Bilder Rudolf Paul Renfers sind im Film zu bewundern.

Buchpräsentation: Terminverschiebung!

Wir bitten um Beachtung: Aus veranstaltungstechnischen Gründen musste die Österreichische Goethe-Gesellschaft den Termin für die Buchpräsentation vom 10. April 2018, 17 Uhr 30, auf den 9. April 2018, 18 Uhr, vorverlegen!

Die gültigen Angaben zur Veranstaltung lauten:

Montag, 9. April 2018, 18:00 Uhr

Ich werde wieder sein, wenn Menschen sind.

Zum Erscheinen einer neuen Auswahl aus dem lyrischen Gesamtwerk von Josef Weinheber (1892–1945)

Der Herausgeber, Dr. Christoph Fackelmann, im Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Zeman; Lesung: Dr. Herbert Schrittesser

Reitschulgasse 2, 1010 Wien (Vortragsraum des Verbandes Österreichischer Akademikerinnen). Freier Eintritt – Gäste sind herzlich willkommen.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist die Lyrik Josef Weinhebers wieder in einer kompakten, philologisch fundierten Auswahlausgabe verfügbar. Ein literarhistorischer Anhang führt in die geistigen Voraussetzungen und biographischen Zusammenhänge ein. Im Gespräch geht es u. a. um die Frage, wie der Versuch einzuschätzen ist, inmitten der Verwerfungen des frühen 20. Jahrhunderts an die Formensprache der Goethezeit anzuknüpfen. Ist das letztlich doch nur ein Schutzmittel, eine Mimikry, wie der Dichter an seinem Lebensende konstatiert, – und wofür bzw. wovor? Und was hat es mit Weinhebers Ausflügen in volkstümliche Genres (Wien wörtlichetc.) auf sich? – Proben aus dem Buch bringen repräsentative Gedichte zu Gehör.