Der neue Weinheber kommt!

 

Josef Weinheber
Ich werde wieder sein, wenn Menschen sind

Eine Auswahl aus dem lyrischen Gesamtwerk

Mit einem Nachwort und einer Lebenschronik
herausgegeben von Christoph Fackelmann

Kyrene Literaturverlag, Innsbruck-Wien 2017
352 Seiten, Hardcover, 22.50 Euro
ISBN: 978-3-902873-61-3
http://www.martinkolozs.at/kyrene-lv

Der neue Auswahlband erscheint am 12. Dezember 2017 – gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten!
Josef Weinheber in nuce: Ein Schatz für jeden Liebhaber seiner Poesie, ein willkommenes Geschenk für jeden Leser, der sich für große Literatur, deutsche und österreichische Literaturgeschichte interessiert. Der Band kann bereits im Buchhandel bestellt werden.
Mitglieder der Josef Weinheber-Gesellschaft erhalten ein Exemplar als Jahresgabe.

 

Klappentext:

„Alle Dichtung ist von Anbeginn her Sprache“, lautete die Maxime, von der der österreichische Lyriker Josef Weinheber (1892–1945) ausging. „Gestaltung“ wollte er zum „einzigen Prinzip der Kunst“ erhoben wissen. Sein später Ruhm, den er für ein „Missverständnis“ hielt, brachte ihn in Verwicklungen mit dem NS-Regime. Aus Anlass des 125. Geburtstags legt das Buch eine vielschichtige Auswahl aus dem Gesamtwerk Weinhebers vor – mit Schwerpunkten auf den legendären Konzeptsammlungen von „Adel und Untergang“ (1934) und „Wien wörtlich“ (1935) bis „Hier ist das Wort“ (1944/47). Ein Anhang bringt interessante Proben aus der frühen Schaffensperiode und dokumentiert in politischem Auftrag entstandene Festgedichte der Spätzeit. Das Nachwort und eine detaillierte Chronik erschließen Werk und Leben des Dichters im Lichte neuester Quellen. − Die erste auf philologischer Grundlage beruhende Anthologie aus dem gesamten lyrischen Schaffen Josef Weinhebers seit vielen Jahrzehnten!

Ein neues Buch über Franz Spunda

Christoph Fackelmann, Herbert Zeman (Hg.): Franz Spunda (1890–1963). Deutschmährischer Schriftsteller, magischer Dichter, Griechenlandpilger. Studien und Texte (=Erträge Böhmisch-Mährischer Forschungen, Bd. 11). Münster-Wien: LIT 2017, 200 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-50793-8.

In der Zwischenkriegszeit und bis hinein in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren die phantastischen Romane, historischen Dichtungen und Reisebücher von Franz Spunda (1890–1963) hoch angesehen und viel gelesen. Heute sind sie großteils vergessen, obwohl sie noch immer zu faszinieren verstehen. In den „Erträgen Böhmisch-Mährischer Forschung“, der Schriftenreihe der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste (München), ist nun ein Band über den aus Olmütz gebürtigen Schriftsteller erschienen, der dazu beitragen möchte, den schillernden Autor wieder in Erinnerung zu rufen. Die Herausgeber, Christoph Fackelmann und Herbert Zeman, knüpfen damit an ein kleines Symposion an, das die Österreichische Goethe-Gesellschaft gemeinsam mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien im November 2015 veranstaltete (siehe http://weinheberforum.com/2015/10/13/deuter-seher-suchender/). Das Buch versammelt literarhistorische Studien über den Dichter, eine umfassende Zeittafel zu Leben und Werk, die auch wenig bekanntes wirkungsgeschichtliches Material zu Tage fördert, sowie – als besonderen Fund – autobiographische und programmatische Texte aus der Feder von Spunda selbst.

Franz Spunda war nach der Kindheit und Jugend in Mähren zum Studium nach Wien gekommen und übernahm hier 1918 eine Gymnasialprofessur für Deutsch, Französisch und Philosophische Propädeutik. In Wien entstanden seine dichterischen Hauptwerke und seine kulturhistorischen Schriften. Zu seiner Familie in Olmütz – den Eltern und den drei Schwestern – hielt er engen Kontakt und verbrachte bis zur Vertreibung viel Zeit in der Heimat. Der Vater war Schneidermeister für das fürsterzbischöfliche Seminar, die Mutter entstammte einer Tuchmacherfamilie in Odrau, Österreichisch-Schlesien. Franz Spundas eigene Sehnsuchtsorte waren in Griechenland und Kleinasien, wo er den Spuren der archaischen Mysterien, der byzantinischen Kultur und besonders der orthodoxen Mystik nachspürte. Viele Wochen verbrachte er in der Mönchsrepublik auf dem Athos, um unter den Eremiten und Asketen zu leben und deren erlösungshungrige Frömmigkeit kennen zu lernen. Daraus entstanden autobiographische Reiseschilderungen, die in den Büchern „Griechische Reise“ (1926, erweitert 1938 unter dem Titel „Griechenland. Fahrten zu den alten Göttern“), „Der heilige Berg Athos“ (1928) und „Legenden und Fresken vom Berg Athos“ (1962) zusammengefasst wurden (dazu der Beitrag Christoph Fackelmanns).

Dem hellenischen und dem romanisch-italienischen Kulturkreis wandten sich auch Spundas Geschichtsromane zu. Am bekanntesten wurden „Minos oder Die Geburt Europas“ (1931) und die „Westgoten-Trilogie“ (1936–1938), beides Darstellungen einer Zeitenwende. In die Vergangenheit seiner engeren Heimat kehrte „Der Herr vom Hradschin“ zurück, ein mutiger Roman über Kaiser Karl IV., worin mitten im Krieg, 1942, die Versöhnung zwischen den Deutschen und den Slawen gepredigt und eine Politik des Friedens und des Maßhaltens gepriesen wurde. Im Prag Kaiser Rudolfs II. und des Rabbis Löw spielt eine Episode des späten Romans „Verbrannt von Gottes Feuer“ (1949), der in der historischen Gestalt Giordano Brunos mit deutlich autobiographischem Unterton die „Rolle des Intellektuellen im Zeitalter der Totalitarismen“ reflektiert, war doch der Dichter selbst durch eine Phase der aktiven Sympathie für den Nationalsozialismus hindurch zu einer Haltung der „Inneren Emigration“ gelangt (Beitrag Alexander Martin Pflegers).

Ein Beitrag Herbert Schrittessers widmet sich den frühen okkult-phantastischen Romanen, in denen sich nach der Aussage des Dichters das „Chaos der Welt“ nach dem Krieg und die eigenen „seelischen Krisen“ spiegelten (u.a. „Der gelbe und der weiße Papst“, 1923, „Das ägyptische Totenbuch“, 1924, beide in Gustav Meyrinks Reihe „Romane und Bücher der Magie“ erschienen). Hinweise auf die kulturgeschichtliche Essayistik – insbesondere die Paracelsus-Studien (1925, erweitert 1941), mit denen Spundas esoterisches Weltbild zu Klarheit und Eigenständigkeit fand – enthält u.a. die Einleitung Herbert Zemans, die versucht, das geistige Profil dieses „Wanderers zwischen den Welten“ einzuschätzen.

Die kleine Franz-Spunda-Renaissance rund um den 125. Geburtstag des Dichters hat 2015 mit einem vielfältigen Sammelband der Universität Olmütz/Olomouc („Franz Spunda im Kontext“, hg. v. Lukáš Motyčka) begonnen: http://arbeitsstelle.upol.cz/de/publikace/prispevky-k-nemecke-moravske-literature/franz-spunda-im-kontext/. – Inzwischen sind auch mehrere Werke neu aufgelegt: www.edition-pleroma.de. – In dem vorliegenden Band finden diese Bemühungen eine kompakte und informative Fortsetzung. Das neue Buch ist im Buchhandel zu beziehen und kann auch direkt über den Webshop des Verlags bestellt werden (innerhalb Deutschlands und Österreichs versandkostenfrei): http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-50793-8

Neuer Band der Literaturwissenschaftlichen Jahresgabe erschienen

Literaturwissenschaftliche Jahresgabe der Josef Weinheber-Gesellschaft. N. F. 2010/2011/2012: Essays – Interpretationen – Mitteilungen aus der Forschung. Im Auftrag der Josef Weinheber-Gesellschaft hrg. v. Christoph Fackelmann. Wien-Berlin: LIT Verlag 2014; ISBN 978-3-643-50445-6, 306 Seiten, brosch., zahlr. Abbildungen, Euro 34,90.

JG 2012 U1Klappentext:

Die neuen Beiträge legen den Schwerpunkt auf Epochenfragen und wirkungsgeschichtliche Zusammenhänge: Für die Einbettung und Verortung des Werkes von Josef Weinheber (1892–1945) wird der Begriff der „Konservativen Revolution“ ins Spiel gebracht und auf seine literarhistorische Valenz geprüft. Eine vergleichende Studie unternimmt es, erstmals die Figur des Dichters Josef Weber (1892–1969) aus dem niederösterreichischen Umkreis Weinhebers für die Literaturforschung zu erschließen. Und in einer vollständigen Edition mit ausführlichem Nachwort wird Weinhebers Briefwechsel mit dem Dichterphilosophen E. G. Kolbenheyer (1878–1962), dem Verfechter eines „naturalistischen Konservativismus“, zugänglich gemacht – ein wichtiger Mosaikstein zum Verständnis der späten Jahre …

Kurzbesprechung:

„Wie leicht müssen es diejenigen, die nicht wie wir zwischen zwei Zeiten und Welten gelebt hatten, gehabt haben. Etwa diejenigen, die um die Jahrhundertwende die Welt ansahen. Wir heute, wir haben eine entsetzliche Verantwortung.“ Diesen Stoßseufzer richtete Josef Weinheber (1892–1945) im Sommer 1935 an Erwin Guido Kolbenheyer (1878–1962). Von 1934 bis zu seinem tragischen Tod kurz vor dem Ende des Krieges stand der Wiener Lyriker in einem freundschaftlichen Briefwechsel mit dem in München ansässigen einflussreichen Dichter und Weltanschauungsschriftsteller sudetendeutscher Herkunft. Die gesamte Korrespondenz ist in dem soeben erschienenen neuen Band der Schriftenreihe der Josef Weinheber-Gesellschaft, von einem ausführlichen literarhistorischen Nachwort erläutert, erstmals veröffentlicht.

Künstler und Denker in einer Epoche des Übergangs zu sein, auf dem alles Bisherige auf des Messers Schneide stehe, das Kommende und Zukünftige aber noch nicht Gestalt angenommen habe: Dieses bedrängende Lebensgefühl bestimmte das Schaffen der beiden Einzelgänger, deren Sympathie füreinander grundverschiedene Ausgangspositionen zu überwinden verstand. Aber mehr noch: Das Gefühl war für Generationen deutscher Schriftsteller prägend, die durch den „Großen Krieg“ von 1914/18 hindurchgegangen waren und deren Wirkung in den Bürgerkriegsjahrzehnten danach kulminierte. Jene unter ihnen, die versuchten, den „Verwüstungen der Moderne“ aus dem Geist von Tradition und Nation ein neues Ganzes entgegenzusetzen und so noch einmal festen Boden zu gewinnen, fanden unter dem Dach der sog. Konservativen Revolution zusammen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Bandes widmet sich den literarischen Aspekten dieser epochalen Bewegung, die nicht nur eine politische, sondern auch eine eminent kulturelle Dimension besaß. Das Ringen um „schöpferische Restauration“ (Rudolf Borchardt) war freilich höchst schillernd, umfasste vielerlei Formen, Genres und Niveaus. Die hier versammelten Skizzen versuchen das Fundament zu legen für das größere Vorhaben eines bio-bibliographischen Handbuchs, das der Dichtung im Umkreis der Konservativen Revolution insgesamt gewidmet sein soll.

Die Sammlung von Beiträgen und Quellen wird abgerundet durch eine Studie über Josef Weber-Wenzlitzke (1892–1969), eine vergessene Persönlichkeit aus dem niederösterreichischen Umkreis Josef Weinhebers. Zum ersten Mal wird das interessante Werk dieses Schriftstellers und Arztes einer profunden literarhistorischen Betrachtung unterzogen und anhand eines nachgelassenen, bislang unveröffentlichten Totengedichts aus dem Jahr 1947, „Märzelegie“, in die Geschichte der künstlerischen Weinheber-Rezeption einbezogen. – Ein berührendes Zeugnis der historischen Auseinandersetzung mit Weinheber bildet auch der Brief an den Dichter und Literaturgelehrten Werner Kraft aus dem Jahr 1963, der zum Andenken des großen Weinheber-Philologen Friedrich Jenaczek (1918–2011) im vorliegenden Buch mitgeteilt wird. (Ferdinand Canapellis)

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt über den Verlag bezogen werden: http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-50445-6

Mitglieder der Josef Weinheber-Gesellschaft erhalten ein Freiexemplar.